Verein für Brauchtumspflege Erharting e.V.
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Der Bader - Archiv

Auf Grund der momentanen Situation zur "Corona Krise" ist unser aktives Vereinsgeschehen vorübergehend zum Erliegen gekommen. Wir sind aber bestrebt, Ihnen auch weiterhin historische Informationen anzubieten.

Unser "Vereinsbader" der jetzt auch wieder zu Vorträgen unterwegs wäre, bietet nun auf dieser Plattform Informationen zu längst vergangenen Seuchenpandemien und den größtenteils vorhandenen Übereinstimmungen zur jetzigen gesundheitlichen Lage an.

 

Mündliche Ausführungen zum Thema und zu weiteren Tätigkeiten eines Baders finden Sie am Textende!

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Die derzeitige fast weltweite Coronapandemie wird gelegentlich als Pest der Neuzeit bezeichnet. Tatsächlich ergeben sich beim Vergleich der bekannten Symtome Übereinstimmungen zum "Schwarzen Tod" wie die Pest auch genannt wurde. Von Asien kommend war die Seuche im Jahr 1347 erstmals über Europa hereingebrochen. Besonders während des Dreißigjährigen Krieges wütete die damals auch als "ungarisches Fieber, wildes Kopfweh, gacher Tod oder gemeines Leutsterben" bezeichnete tödliche Seuche.

 

Erste Anzeichen einer Erkrankung waren frösteln, Mattigkeit und Kopfweh, etwa die selben Anzeichen wie bei einer Grippe. Kamen dazu noch Nasenbluten, Durchfall und schier unauslöschlicher Durst, gefolgt von Beulen in der Leistengegend unter den Achseln oder hinter den Ohren, war klar: Der "Schwarze Tod",benannt nach der Farbe der Beulen, hatte zugeschlagen. Wer das Glück hatte, dass sich die Geschwulste nach außen öffneten, hatte eine Chance die Infektion zu überleben. Platzten sie jedoch nach innen war die Folge meistens eine tödliche Blutvergiftung. 

 

Man wußte damals nicht durch was die Pest verursacht wurde. Eine weitverbreitete Theorie war, dass  die Krankheit eine Strafe Gottes für das sündige Verhalten der Völker sei. Gott schicke das Unheil in Form von tödlichen Pfeilen für die irdischen Verfehlungen war eine der häufigsten Interpretationen der hilflosen Menschen von damals. Wenn schon die Mediziner und Bader hilflos dem tödlichen Problem gegenüberstanden so sah man als letzten Ausweg die Anrufung Gottes und seiner Heiligen - Not lehrt beten. Schnell kristallisierte sich der heilige Sebastian als Pestpatron heraus, denn er hatte der Legende nach das Pfeilmartyrium durch römische Bogenschützen auf wundersame Weise überstanden. Der Heilige sollte nach dem einfachen Verständnis der geplagten Menschen die vom Himmel herabprasselnden "Krankheitspfeile" abwehren. In dieser Zeit setzte eine intensive Sebastianiverehrung ein. Aus ganz Bayern und darüber hinaus pilgerten die Bedrückten nach Ebersberg in deren Klosterkirche seit dem Jahr 931 die Hirnschale des Heiligen als Reliquie verehrt wird. Zur Abwendung der Pest trank man den Sebastianiwein aus der schon erwähnten Kopfreliquie um gegen den "Schwarzen Tod" gefeit zu sein. Auch aus unserer Gegend sind die Bittgänge nach Ebersberg über mehrere Jahrhunderte hin schriftlich verbürgt.

 

Besonders haarsträubende Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung der Pest hielten ihren Einzug. 

 

Warum die Leute ihren Schlafplatz auf den Misthaufen verlegten und weitere Kuriositäten erfahren Sie demnächst.

 

                     Bis dahin alles Gute und bleiben Sie gesund

 

Ihr Bader

 

 

 

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