Verein für Brauchtumspflege Erharting e.V.
Verein für Brauchtumspflege Erharting e.V.

Ferienprogramme des Brauchtumsvereins ERharting

Das Leben der Kinder im Mittelalter in den verschiedenen Gesellschaftsformen

 

Ferienaktion am Mittwoch, 04.08.2021

 

Die unterschiedlichen Lebensverhältnisse der Kinder im Mittelalter waren beim diesjährigen Ferienprogramm das zentrale Thema. Dabei stellten sich gravierende Gegensätze zum kindlichen Leben in längst vergangenen Epochen zu den jetzigen Umständen heraus.

 

Von den historisch gewandeten Akteuren war zu erfahren, dass die Freizeit  der Kinder vor Jahrhunderten sehr eingeschränkt war, viel Zeit zum Spielen blieb da nicht.

Die Kinder bei den Bauern, Handwerkern oder Tagelöhnern mussten schon früh morgens das Brennholz vom Holzschuppen in die Küche bringen und anschließend die Kleintiere wie etwa Schafe, Ziegen und Hühner versorgen. Danach war Wasserschöpfen am Brunnen angesagt und die Mithilfe bei verschiedenen Arbeiten am Hof oder in der Werkstatt gehörten zum gewöhnlichen Tagesablauf. Im Sommer war zusätzlich die Arbeitskraft der Kinder bei den Erntearbeiten gefragt.

 

So durften die Kinder dann auch beim Getreidedreschen helfen. Wie Anno Dazumal wurde das mit einer Sichel geerntete Getreide mit dem Dreschflegel bearbeitet. Die bei dieser Prozedur gewonnenen Körner brachten sie dann zur mittelalterlichen Feldküche. Dort wartete Küchenchefin Maria Atzinger und nahm das frisch gedroschene Getreide in Empfang. Anschließend durften die Buben und Mädchen mit einer kleinen Handmühle die harten Körner zu flockigem Mehl verarbeiten. In einem großen Topf wurde dann über dem offenen Feuer ein schmackhafter Getreidebrei zubereitet und zugleich aus dem übrigen Mehl ein zäher Teig für die Stockbrote vorbereitet. 

Bei einem vergnüglichen Quiz konnten die Kinder erfahren welche Lebensmittel es im Mittelalter noch nicht gab, z.B. Kartoffeln, Mais und gelbe Rüben.

 

Thomas Mück und Vereinsvorstand Christian Hans erläuterten die weiteren Arbeiten rund um Haus und Hof. Dazu hatten sie allerhand altertümlich anmutende Werkzeuge mitgebracht.

 

Im weiteren Verlauf des unterhaltsamen Nachmittags erläuterten die Dornbergritter Stefan Kafurke und Michael Rieder den Werdegang der Kinder auf den Ritterburgen. Der Einstieg der auserwählten Buben zum Rittertum begann ab dem 7. Geburtstag als Page. Ab dem 14. Lebensjahr wurde er einem Ritter zur Ausbildung an der Waffe und mit dem Pferd zugeteilt. Frühestens mit 21 Jahren konnte er nach strengen Prüfungen in den Ritterstand erhoben werden. Sehr eindrucksvoll wirkten die vielen Waffen und Rüstungsteile vor allem auf die Buben. 

Den Mädchen oblag auf den Schlössern und Burgen die Gestaltung von Empfängen und Festen für die "edlen Herrschaften".

 

Weil ein Ritter vor vielen Jahrhunderten ohne Pferd nicht denkbar war, hatte Sylvia Unterhuber ihr "Ritterpferd Arthus" und das Pony "Matcho" mitgebracht. Sie erläuterte die Pflege und Versorgung der Pferde. Des weiteren informierte sie über die wichtigsten Charaktereigenschaften der Pferde von damals zum Einsatz auf den Schlachtfeldern. 

Anschließend durften die Kinder als "Ritter und Burgfräulein" eine Runde "hoch zu Roß" absolvieren. 

 

Nach dem abschließenden Rittermahl mit Stockbrot und Würstl am Spieß wurden die jungen "tapferen Knappen zum Ritter" geschlagen und die Mädchen wurden zum "Edelfräulein" ernannt. Zur Dokumentation ihres nunmehr "edlen Standes" erhielten die Kinder eine Urkunde als schriftliche Bestätigung überreicht. 

Wir bauen ein Floß und gehen damit auf Fahrt:

Am 23. August 2019 war es soweit. Die Kinder und Jugendlichen bauten ein Floß und anschließend ging es damit ins Wasser, in den Mühlbach. Das sommerliche trockene Wetter sorgte zu dem für Bau-, Bade- und Fahrspaß. Alle Teilnehmer waren von dieser etwas anderen Art der Feriengestaltung begeistert.

Auf den Spuren der Erhartinger Vorfahren:

22. August 2018:

Der einstmals berühmteste und reichste Bauer von Erharting, der Hampersberger Bauer, der hoch über Erharting auf dem Hampersberg thronte, entführte in die jahrhundertealte Hofgeschichte seines Bauernsitzes. Zum Hof gehörte die Wallfahrtskirche und mehrere Ziegelstadel in denen die gebrannten Ziegelsteine getrocknet wurden. Zu dem besaß der Hampersberger Bauer in Erharting die Gastwirtschaft zur "Staudinger Taverne" (heute Brauerei Erharting) und die Gastwirtschaft mit Metzgerei in "Wolfgraming" heute Gemüsehof Auer in Oberrohrbach. Aber auch seine Nachbarn waren nicht uninteressant. So siedelten schon vor über 2500 Jahren die Kelten auf dem Höhenrücken über Erharting, die Hügelgräber, versteckt im Wald zeugen von ihrer frühgeschichtlichen Anwesenheit bei uns. Eine Keltengruppe gab einen optischen Einblick aus dem Leben dieser Vorfahren. Danach ging es zum unweit entfernten Platz der sagenumwobenen Hexenföhre. An diesem Platz soll es früher immer wieder mal "gespukt" haben, wenn die Hexen auf glühenden Schürhaken durch die Lüfte sausten und Angst und Schrecken verbreiteten. Auch heute noch gilt dieser Platz als ein besonderer Standort, weil außer Gras dort nichts wachsen kann. Haben die Hexen diesen Kultort immer noch unter ihrer magischen Kontrolle??? 

 

Bilder der heimatgeschichtlichen Wanderung!

Wir gestalten einen Motivwagen:

Im Rahmen des Ferienprogramms durften Kinder einen Motivwagen für den am 26. Dezember 2017 in Erharting stattfindenden Stephaniumritt gestalten und damit auch eine Runde durch den Ort drehen.

Und nicht nur das Werken stand am 23. August 2017 im Vordergrund sondern auch das Vergnügen bei einer kräftigen Brotzeit am Lagerfeuer!

 

 

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