Verein für Brauchtumspflege Erharting e.V.
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Auf den Spuren der Heimatgeschichte

UNTERWEGS MIT DEN HAMPERSBERGER BAUERSLEUT'

 

Die "Hampersberger Bauersleute" (Leo Biermaier u. Maria Atzinger) entführten mehr als 80 heimatgeschichtlich interessierte Besucher am 14. Oktober in eine längst vergangene Epoche zum grandiosen Aufstieg des einstmals hoch über Erharting thronenden Hofes und dessen wirtschaftlichen Niedergangs zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

Über viele Jahrhunderte hinweg thronte der stattliche Hampersberger Hof weithin sichtbar über Erharting. Bäuerlicher Fleiß und solide Wirtschaftsführung sorgten dafür, dass der ohnehin umfangreiche Besitz noch um ein Vielfaches vergrößert werden konnte. So erwarb der Bauer die Oberwirtstaverne in Erharting und die Gastwirtschaft mit Mühle in Oberrohrbach (jetzt Gemüsehof Auer). Zudem betrieb er eine Ziegelei und belieferte die Region mit den begehrten Ziegelsteinen, die auch zum Kirchenneubau verwendet wurden. Die unmittelbar neben dem Bauernhof stehende Kirche wurde von vielen Wallfahrern besucht und diese sorgten wiederum für eine gute finanzielle Einnahmequelle. Als dann zum Beginn des 20. Jahrhunderts der wirtschaftliche Niedergang des einstigen bäuerlichen "Imperiums" nicht mehr aufzuhalten war, wurde der Besitz versteigert und die Gebäude abgebrochen. Lediglich die Kirche konnte durch den massiven Einsatz der Erhartinger Pfarrgemeinde erhalten werden.

 

Aber nicht nur das alteingesessene Bauerngeschlecht derer auf dem Hampersberg sollte Thema des Nachmittags sein, sondern auch deren vorchristliche Nachbarn, den keltischen Bewohnern des Höhenrückens über Erharting. 

 

Der Standort der sagenumwobenen "Hexenföhre" mit dem Auftritt einer "leibhaftigen Hexe" bildete den Abschluß der kurzweiligen und informativen kurzen Wanderung. 

Ausschnitte aus dem 25minütigen Film
Geschichtswanderung 2018-Kurz-med.mp4
MP3-Audiodatei [26.2 MB]

Unterwegs mit den Erhartinger DornbergritterN

 

Nach dem 2015 an der Geschichtswanderung so großes Interesse gezeigt wurde, machten sich am 06. Mai 2018 erneut, diesmal sogar ca. 140 Wissensdurstige, unter der Führung von "Graf Eberhard vom Dornberg" (Leonhard Biermaier),"Kreuzritter Konrad vom Dornberg" (Stefan Kafurke) und "Ritter Wolfram von Dornberg" (Michael Rieder) zu einer heimatgeschichtlichen Erkundung auf den Weg zur ehemaligen Burg Dornberg.

Sehen Sie hier Bilder dieser Wanderung auf den Spuren der Dornbergritter.

Unterhalb dieser Bildersammlung finden sich Bilder der ersten Wanderung mit zahlreichen Erläuterungen.

Am 20. September 2015 begaben sich zahlreiche heimatgeschichtlich Interessierte zu einer gemeinsamen Wanderung auf die Spuren der Erhartinger Dornbergritter.

Heimatforscher Herbert Matejka erläuterte anhand vieler Originalfundstücke aus der letzten Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Boden auf der Ebene vor Erharting zwischen Friedrich dem Schönen von Österreich und Ludwig dem Bayern im Jahre 1322 die Bedeutung der Burg Dornberg. Weitere Fundstücke zum Teil aus der Zeit vor der Besiedelung an der Isen ergänzten seine eindrucksvollen Ausführungen.

Ein Modell der ehemaligen Burg Dornberg, das nach einem von Herbert Matejka gefundenen Keramikrelief angefertigt wurde.

Streitäxte, Speer- und Pfeilspitzen von der Schlacht bei Erharting am 28. September 1322.

Waffen- und Schmuckstücke aus längst vergangenen Zeiten

Entlang des Vorhügels der eistigen Burganlage gelangte die Gruppe zum Burggraben

Am Zugang zur Hauptburg erläuterte der Dornbergritter (Leonhard Biermaier) den künstlich angelegten Graben der die dreiteilige Festung umschlossen hatte

Auf der Talsohle des Burggrabens näherten sich die Wanderer dem Haupthügel, auf dem die Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit der zinnenbekrönten Wehranlage gestanden waren

Am Fuße des steil ansteigenden Hügels erfuhren die etwa 70 geschichtsinteressierten Teilnehmer, daß Ritter Konrad von Dornberg mit Kaiser Friedrich Barbarossa an einem Kreuzzug ins Heilige Land teilgenommen hatte und sich in Griechenland durch sein strategisches und tapferes Verhalten besondere Verdienste erwarb. Er kehrte jedoch nicht mehr in die Heimat zurück - ob er bei Kampfhandlungen oder durch die Pest sein Leben lassen mußte ist jedoch nicht mehr eindeutig feststellbar

Durch wildromantisches Gelände ging es vorbei am Turmhügel der ehemals den stolzen Wehrturm trug und in dessen Verließ nach verlorener Schlacht, Friedrich der Schöne von Österreich in der Nacht von 28. auf 29. September 1322 interniert war

Danach folgte die Gruppe dem Rittersmann in den nahegelegenen Staatsforst zum Hampersberger Kircherl

Die Gruppe nähert sich dem idyllisch gelegenen Kircherl auf dem Hampersberg

Dort angekommen erläuterte Leonhard Biermaier den Standort des ehemaligen Hampersberger Hofes unweit der Kirche. Zu diesem landwirtschaftlichen Betrieb gehörten etwa 23 Hektar Äcker und Wiesen im unmittelbaren Umgriff der Gebäude. Der Wald der nunmehr die Landschaft prägt, wurde erst nach dem Verkauf und Abriß der bäuerlichen Liegenschaften im Jahr 1906 angelegt.

Mit einem gemeinsamen "Vater unser" begann dann der historische Rückblick auf dieses geschätzte religiöse Kleinod.

Die kleine Kirche deren Entstehungsgeschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückdeutet war ursprünglich dem Heiligen Kilian geweiht.

Im Jahr 1696 brachte eine "unerkannte Mannsperson" die über Jahrhunderte verehrte Marienfigur in die Kirche. Daraufhin setzte eine intensive Verehrung der Madonna von Hampersberg ein, die in Wallfahrten und Bittgängen ihren krönenden Abschluß fand.

Nach dem Verkauf des Hampersberger Hofes, zu dessen Eigentum auch die Kirche zählte, sollte diese, genau so wie die Hofgebäude abgerissen werden. Nur der Opferbereitschaft der Erhartinger Pfarrgemeinde

ist es zu verdanken, daß diese sich im Besitz des Staatsforstes befindliche Kirche für die Nachwelt erhalten wurde.

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